Multimodale Curtainsider bei der Spedition Bode
Hart im Nehmen
Die Spedition Bode schickt ihre Trailer lieber auf die Schiene als auf die Autobahn. Das verlangt Fahrzeuge, die einiges aushalten. 50 neue Sattelcurtainsider von Schmitz Cargobull sind jetzt für das Familienunternehmen aus Schleswig-Holstein zwischen Skandinavien und dem Rest Europas unterwegs.
Für einen Moment schwebt der rote Auflieger der Spedition Bode in der Luft. Der Reach Stacker hält ihn an den Greifkanten, schwenkt ihn über das Gleis und setzt ihn sanft auf den Waggon. Dann folgt der nächste Trailer. Am Cargo-Terminal Lehmann (CTL) in Lübeck ist das Routine. Bald rollt der Zug nach Norden, Ziel Stockholm. Es ist Bodes eigener Zug, und er trägt einen passenden Namen: „Alter Schwede“.

Millimeterarbeit am CTL in Lübeck: Ein Reach Stacker hebt den Sattelcurtainsider S.CS von Schmitz Cargobull auf den Waggon.
Auf Schienen nach Stockholm
Der eigene Zug hat eine lange Vorgeschichte. Die Bahn begleitet Bode seit der Gründung: 1949 startete das Unternehmen als „Bahnamtliche Spedition“. 2015 schaffte das Unternehmen den ersten eigenen Zug für den intermodalen Verkehr an. Seither pendelt der „Alte Schwede“ dreimal pro Woche zwischen Lübeck und Stockholm, ein weiterer Zug mit Taschenwagen verbindet dreimal pro Woche das südschwedische Malmö mit Stockholm. Diese zweite Route ist als Plan B entstanden für den nicht ganz unwahrscheinlichen Fall, dass es auf der einzigen Schienenverbindung von Lübeck über Hamburg einmal klemmt. Doch nicht nur im Skandinavienverkehr nehmen Bodes Trailer den Zug. Auch im intermodalen Fernverkehr innerhalb Deutschlands und nach Italien legen sie die lange Strecke auf der Schiene zurück.
Den Takt geben die Kunden vor. „Unsere Kunden wollen, dass ihre Ware mit der Bahn fährt“, sagt Kai Bode, geschäftsführender Gesellschafter. Der Bahntransport sei sicher nicht die billigste Lösung, so Bode, aber kein anderer Verkehrsträger könne Güter mit so wenig CO₂-Emissionen bewegen wie die Bahn. Dass der Umschlag in Lübeck reibungslos läuft, liegt auch an der Nachbarschaft: Das CTL, auf dem der "Alte Schwede" be- und entladen wird, grenzt direkt an den Bode-Standort am Lübecker Seelandkai. „Die Zusammenarbeit insbesondere mit Terminalleiter Peter Kopitzke klappt seit mehr als zehn Jahren hervorragend“, lobt Geschäftsführer Stev Etzrodt.

„Unsere Trailer müssen einiges abkönnen.“
Stev Etzrodt, Geschäftsführer
Robust für zwei Verkehrsträger
Für die Trailer ist der intermodale Alltag eine harte Belastungsprobe. Häufiges Auf- und Absatteln, der Umschlag mit dem Reach Stacker – da ist eine robuste Konstruktion und stabile Verarbeitung gefragt. Auf der Schiene kommen Kräfte hinzu, die im Straßenverkehr kaum eine Rolle spielen: Rauscht ein Zug auf dem Nachbargleis vorbei, trifft der Winddruck mit voller Wucht die Plane. „Unsere Trailer müssen schon einiges abkönnen“, sagt Etzrodt.
Genau für diesen Einsatz hat Bode kürzlich 50 S.CS Sattelcurtainsider von Schmitz Cargobull übernommen. Ein verzinktes Chassis für dauerhaften Korrosionsschutz gehört ebenso zur Ausstattung wie die speziellen Greiferkanten für den Wechsel auf die Schiene. Auch der Aufbau ist auf harte Einsätze ausgelegt. Seine Festigkeit ist nach DIN EN 12642 Code XL zertifiziert, zusätzlich erfüllt er die Anforderungen des Getränkezertifikats. Damit eignen sich die Auflieger für ganz unterschiedliche Ladungen, von Papierrollen über Getränke bis zum Stückgut.

Der eigene Zug bringt dreimal pro Woche Container und bahnverladbare Sattelauflieger von Lübeck nach Stockholm.
„Wir brauchen Fahrzeuge, auf die wir uns im täglichen Einsatz verlassen können“, betont Kai Bode. „Die neuen Sattelcurtainsider bieten die Qualität und Wirtschaftlichkeit, die wir für unsere Transportaufgaben benötigen. Gleichzeitig setzen wir mit Schmitz Cargobull auf einen Partner, der unsere Anforderungen versteht und langfristig begleitet.“
Papierausstattung nach Bedarf
Nicht jeder neue Trailer ist gleich ausgestattet. Ein Teil der Flotte fährt als S.CS PAPER mit Joloda-Schienen im Boden. Darauf lassen sich schwere Papierrollen mit Rollern bewegen und sicher verzurren. Die übrigen Auflieger verzichten auf diese Ausstattung. Der Grund ist eine einfache Rechnung: Nicht jede Tour braucht die Papierausstattung, und jedes Kilo Ausstattung kostet Nutzlast. So hat Bode für jeden Auftrag das passende Fahrzeug.

Verzinktes Chassis, Aufbau mit Code-XL-Zertifikat: Die bahnverladbaren S.CS Sattelcurtainsider sind für die Belastungen im intermodalen Verkehr gut gerüstet.
Neue Farbe für die Schiene
Ein Detail erleichtert den Fahrern den Alltag spürbar. Auf Bodes Zügen nach Schweden kommen Taschenwagen mit langen Trailermulden zum Einsatz. Dadurch brauchen die Trailer keinen klappbaren Unterfahrschutz mehr. Das Hochklappen vor der Verladung entfällt ebenso wie das Herunterklappen danach. Weniger Mechanik bedeutet zudem weniger Wartung.
Auch die Farbe folgt der Praxis. Ursprünglich trugen alle Fahrzeuge, Aufbauten und Container im Bode-Fuhrpark die Grundfarbe Weiß mit roter Schrift. Doch auf der Schiene zeigte sich schnell der Nachteil. „Helle Fahrzeuge verschmutzen im Bahnverkehr sehr stark. Das sah schnell schmuddelig aus“, sagt Kai Bode. Heute fährt die Flotte komplett in kräftigem Rot mit weißer Schrift. „Das sieht gut aus und ist wesentlich pflegeleichter.“

Weil weiße Fahrzeuge im Bahnverkehr sehr schnell verschmutzen, hat Bode seinen Fuhrpark ganz auf Rot umgestellt.

„Dank des verzinkten Chassis sind die Auflieger von Schmitz Cargobull sehr langlebig.“
Kai Bode, geschäftsführender Gesellschafter
Zweite Karriere für Kühlauflieger
Während der intermodale Verkehr einerseits den Trailern einiges abverlangt, schont er andererseits die Fahrzeuge aber auch. Denn wer lange Strecken auf dem Waggon zurücklegt, sammelt kaum Kilometer auf der Straße. Einige zehn Jahre alte Kühlauflieger von Schmitz Cargobull in Bodes Fuhrpark stehen aktuell bei gerade einmal rund 250.000 Kilometern Fahrleistung. Ausmustern? Für Bode kein Thema. Die Trailer erhalten eine Aufbereitung und ein neues Kühlaggregat, dann sind sie wieder fit für die nächsten Jahre im Transportalltag. „Dank des verzinkten Chassis sind die Auflieger von Schmitz Cargobull äußerst langlebig und haben einen sehr guten Werterhalt“, weiß Bode aus Erfahrung. „Nach der Aufbereitung halten die locker noch einmal zehn Jahre.“

Arbeiten seit Jahren gut zusammen: Kai Bode, geschäftsführender Gesellschafter Spedition Bode, Peter Kopitzke, Terminalleiter CTL, Stev Etzrodt, Geschäftsführer Spedition Bode.
Über Spedition Bode
Die Spedition Bode GmbH & Co. KG hat ihren Hauptsitz in Reinfeld (Holstein) und einen Standort in Lübeck. Hans-Hermann Bode gründete das Unternehmen 1949. Heute führen Kai Bode und sein Sohn Marc-Philipp Bode als geschäftsführende Gesellschafter gemeinsam mit Geschäftsführer Stev Etzrodt das Unternehmen. Rund 300 Mitarbeitende betreuen rund 1.000 Einheiten. Alle Trailer sind bahnfähig. Schwerpunkte sind Kontraktlogistik und intermodale Verkehre im Korridor zwischen Skandinavien und dem Mittelmeerraum.