Im Juni 2025 startete der mobile Kundenservice von Schmitz Cargobull mit dem ersten Service-Van. Hatip Olcay betreibt das erste Fahrzeug der Service-Flotte. Egal ob Wartung oder Notfall-Reparatur – Trailer- und Kühlmaschinen-Experte Olcay bringt mit seinem Service-Van die Werkstatt direkt zum Kunden. Wir haben ihm bei seinen Einsätzen über die Schulter geschaut.
Der Arbeitstag von Hatip Olcay beginnt am Firmenstammsitz von Schmitz Cargobull in Altenberge. Sein erster, morgendlicher Gang führt ihn stets ins Zentrallager des Trailer-Herstellers. „Bei den Kollegen im Lager hole ich die Ersatz- und Wartungsteile ab, die ich am Abend zuvor über das Handy geordert habe“, berichtet Hatip Olcay. Heute früh sind es zwei Luftfilter und weitere kleine Ersatzteile. „Ich fülle im Van immer gleich wieder die Dinge auf, die ich am Tag zuvor bei meinen Einsätzen aufgebraucht habe.“
Der gelernte Nutzfahrzeug-Mechatroniker Olcay betreibt seit Juni 2025 den ersten Schmitz Cargobull Service-Van. In wenigen Jahren will Europas führender Trailer-Hersteller mit seinen Service-Vans auf dem ganzen Kontinent präsent sein. Olcay ist der Pionier des mobilen Service-Netzwerk.
Der Van ist nach seinen Wünschen und Vorstellung ausgestattet. Auf der Fahrerseite lagern Ersatzteile, Gasflaschen und Verbrauchsmaterial. Werkbank und Werkzeug sind neben der Schiebetür auf der Beifahrerseite platziert. „Exakt so, wie ich es wollte“, berichtet Olcay.

Komplette Trailer-Ladung Tiefkühlkost droht zu verderben
Die erste Fahrt des Tages führt Olcay nach Münster. In ein Gewerbegebiet im Süden der Stadt, zu einem Gastronomie-Großhandel. Dieser hat in der Nacht zuvor Olcay angerufen. Notfall! Das Unternehmen nutzt zwei Kühl-Trailer von Schmitz Cargobull als stationäre Kältelager, direkt auf dem Firmengelände. Bei einem der Trailer funktioniert die Kühlung nicht mehr korrekt. Die Zieltemperatur von -26 °C wird nicht mehr erreicht. Eine komplette Trailer-Ladung droht zu verderben. Tiefkühlpizza, Lachsfilets und weitere gefrorene Köstlichkeiten.
Noch auf dem Weg zum Notfall-Kunden klingelt erneut das Telefon. Der Stammkunde Fleetloop benötigt seine Hilfe. Auch hier macht ein Kühlaggregat Probleme. Es lässt sich nicht mehr starten. Olcay sagt zu, sich direkt nach dem Notfall-Termin in Münster des Falls anzunehmen. Der Kunde ist hörbar erleichtert und legt auf. Doch nur Minuten später ruft der gleiche Kunde erneut an. Er will die Gelegenheit nutzen: Ob Olcay auch ausreichend Zeit hätte, sich statt nur einer gleich vier Kühlmaschinen anzunehmen. „Natürlich. Kein Problem.“ Service-Mann Olcay beweist Kundennähe und sagt zu.
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Immer erreichbar
Die Kunden rufen nicht immer direkt bei Olcay an. „Viele wenden sich erstmal an den Cargobull EuroService.“ Das ist die zentrale, europaweit geschaltete Kunden-Hotline von Schmitz Cargobull. „Wenn die Kundenanfrage aus meinem Einsatzradius stammt und das Problem durch mobilen Service lösbar ist, leiten die Kollegen des Cargobull EuroService den Kunden weiter an mich“, so Olcay. Die Zusammenarbeit mit der Service-Abteilung von Schmitz Cargobull sei sehr gut und laufe reibungslos.

„Wenn die Kundenanfrage aus meinem Einsatzradius stammt und das Problem durch mobilen Service lösbar ist, leiten die Kollegen des Cargobull EuroService den Kunden an mich weiter.“
Hatip Olcay, Nutzfahrzeug-Mechatroniker und Betreiber des ersten Schmitz Cargobull Service-Vans.
Als der Service-Van auf das Firmengelände des Gastro-Großhandels rollt, trifft Olcay auf den deutlich besorgten Firmenchef. Er bangt um seine wertvolle Ware. Olcay geht zielstrebig zur Kühlmaschine, aktiviert das Display und erkennt sofort: Das Temperaturdelta zwischen Rückluft und Ausblasluft ist zu gering. Zudem hat sich im gesamten Trailer-Innenraum Eis gebildet. Olcay diagnostiziert: „Lüfter-Defekt.“ Die Problemdiagnose lässt der Kunde unkommentiert. Ihm ist nur wichtig, dass das Problem schnellstmöglich gelöst wird. Olcay nickt: „Das bekommen wir hin.“
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Gäbe es Hatip Olcay und seinen mobilen Service per Van nicht, müsste der Großhändler sich sofort um einen Termin in einer Werkstatt bemühen, Zugmaschine und Fahrer organisieren und zusätzliche Kühlkapazitäten anmieten, um die empfindliche Ware nicht verderben zu lassen. Außer enormen Kosten würde das vor allem ein paar Tage Zeit in Anspruch nehmen.
Routine dank jahrelanger und vielseitiger Berufserfahrung
Um seinen Verdacht, ein Lüfter sei defekt, zu überprüfen, steigt Olcay auf die in seinem Service-Van mitgeführte Leiter. Nur so kommt er an die parallel geschalteten Lüfter heran. Nacheinander überbrückt er nun einen Lüfter nach dem anderen. Und tatsächlich der mittlere Lüfter läuft nicht. Olcay nimmt das defekte Gerät aus dem System – und schon funktioniert die Trailer-Kühlung wieder. Die Ware ist gerettet und dem Kunden ein enormer Schaden erspart geblieben.
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Service-Van-Netzwerk im Franchise-System
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| Das Schmitz Cargobull Service-Van-Netzwerk erbringt europaweit standardisierte Service-Leistungen in zuverlässig hoher Qualität. Um dies zu ermöglichen, führt Schmitz Cargobull das Flotten-Netzwerk im Franchise-System, in dem unabhängige Partnerunternehmen die Service-Vans betrieben. Diese Partner erhalten von Schmitz Cargobull eine umfassende Unterstützung bei IT, Logistik und Ersatzteilversorgung. Auch bei Schulung und Qualifikation für Mitarbeiter sowie im Marketing arbeitet man eng zusammen. |
Zwischen Ankunft beim Kunden und Problembehebung sind nur wenig mehr als 45 Minuten vergangen. „Meine jahrelange Berufserfahrung lässt mich schnell erkennen, wo das Problem liegen muss“, so Olcay. Zehn Jahre hat er für einen Schmitz Cargobull-Partner in der Werkstatt gearbeitet. Anschließend war er über acht Jahr lang im technischen Kundendienst für das Unternehmen unter anderem im Außeneinsatz. Selbst in der Türkei und den USA war er für den Trailer-Hersteller tätig. Kaum ist die Tiefkühlkost gerettet, ist Hatip Olcay mit seinem Service-Van schon wieder unterwegs. Rauf auf die A1, Richtung Norden. Der Service-Experte steuert das Firmengelände des Kunden Fleetloop an, dessen Service-Anfrage ihn vor kaum mehr als einer Stunde erreicht hatte: Ein ausgefallenes und drei nicht ganz rundlaufende Kühlaggregate soll Olcay wieder in Schuss bringen.
Riesiger Trailer-Fuhrpark, aber keine Zugmaschine
Der Kunde Fleetloop vermietet Trailer. Über 300 Sattelauflieger zählt sein Fuhrpark. Alle von Schmitz Cargobull, viele davon mit Kühlmaschinen versehen – nicht alle von Schmitz Cargobull. Kein Problem: Olcay besitzt Service-Lizenzen für Kühlmaschinen diverser Hersteller.
Am Ziel angekommen zückt Olcay den Schlüssel für das Zufahrtstor zum Firmengelände des Kunden. Das Vertrauen in den mobilen Servicetechniker ist offensichtlich sehr groß. „Fleetloop ist einer meiner besten Kunden“, berichtet Olay, der jeden Monat mehrfach von diesem Kunden angefragt wird.
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Auf dem Unternehmensgelände reiht sich Trailer an Trailer. Das Vermietungsunternehmen Fleetloop selbst jedoch besitzt keine Zugmaschine mit Straßenzulassung. Dadurch sei jede Wartung und jede Reparatur bisher mit riesigem Aufwand und hohen Kosten verbunden gewesen, sagt Berthold Zbrug, Flottenmanager bei Fleetloop. Bisher. „Dank Hatip Olcay und seinem Service-Van ist das jetzt viel einfacher – und kostengünstiger“, so Flottenmanager Zbrug.
In diesem Fall ist das Problem mit einer neuen Batterie bei einer Kühlmaschine und Starthilfe bei den drei anderen Problemfällen schnell gelöst.
Netzwerk der Service-Vans wächst
Schon kurze Zeit später macht sich Olcay auf den Weg zum nächsten Kunden. 300 bis 500 Kilometer fährt Olcay mit seinem Service-Van pro Woche. Dabei versorgt er überwiegend Kunden, die im Umkreis von 100 Kilometer um Altenberge angesiedelt sind. Augenzwinkernd gibt er zu: „Bei alten Bestandskunden nehme ich die 100 Kilometer nicht so genau.“ Für alle anderen Schmitz Cargobull-Kunden werden in den kommenden Monaten und Jahre weitere Service-Experten den mobilen Service ausbauen.